Der Halbmaskenlori, Eos semilarvata



Allgemeines

Zum ersten Mal ist diese Vogelart durch Bonaparte 1850 beschrieben worden. Der wissenschaftliche Name ist durch die Jahre hindurch unverändert geblieben. In Europa wurde diese Art zum ersten Mal im vorigen Jahrhundert gehalten. Sie wurden seinerzeit durch Stresemann eingeführt.

Es gibt bestimmt wenige Liebhaber unter uns, die diese Art jemals lebend gesehen haben. Es ist noch nicht lange her, da war diese Vogelart dann auch nur durch Zeichnungen bekannt.

Die Unbekanntheit kommt glücklicherweise nicht daher, daß diese Vögel sehr selten sind, sondern eher durch den schwierigen Zugang zu dem Gebiet in dem sie vorkommen. Vor einigen Jahren ist es gelungen, eine Anzahl Vögel zu fangen. Ob wir darüber froh sein müssen, ist die Frage. Solange ein Gebiet gut geschützt ist, sollte man es vorziehen, dort eine stabile Population zu erhalten. Man kann darüber diskutieren, ob es doch besser ist, eine kleine Population in Gefangenschaft zu halten, so daß die Art in ihrem Bestand gesichert ist, falls in der freien Natur doch Probleme auftreten, z. B. durch Biotopvernichtung bei der Fällung von Bäumen.

Im Augenblick wird in Südafrika, Europa und Singapur eine kleine Anzahl Halbmaskenloris gehalten. Ein Austausch von Nachzuchtvögeln ist wichtig, um Inzucht zu vermeiden. Es sind keine Unterarten bekannt.

Beschreibung

Das Gewicht beträgt zwischen 85 und 105 Gramm.
Der Halbmaskenlori gleicht im wesentlichen dem Roten Lori, Eos bornea und dem Obi Lori, Eos squamata obiensis. Der Halbmaskenlori ist deutlich kleiner als der Rote Lori und hat eher die Größe vom Obilori, nämlich ungefähr 24 cm. Die Farbunterschiede zum Roten Lori sind die blauen Wangen (siehe Foto) und der blaue Unterbauch. Beim Roten Lori ist es bekannt, daß Jungvögel variable blaue Federpartien haben können, vor allem am Kopf. Hierdurch ist bekannt, daß Liebhaber in der Vergangenheit junge importierte Rote Loris für Halbmaskenloris angesehen haben und diese deshalb erworben haben (vor allem junge Eos bornea bernsteini sind beinahe gleich gezeichnet wie die Halbmaskenloris). Nach der Mauser war der Betrug erkennbar. Im Prinzip muß man sich an der Größe orientieren, aber angesichts der Tatsache, daß es bei Roten Loris starke Größenunterschiede gibt und Jungvögel noch nicht die Größe eines erwachsenen Vogels haben, sind Verwechslungen möglich. Jungvögel sind im allgemeinen blasser gefärbt und die blauen Federpartien haben noch nicht so eine starke Färbung. Oft sind diese mit roten Federn durchsetzt.

Verteilung

Halbmaskenloris kommen auf dem zentralen Teil von Ceram vor, einer Insel, die zu Indonesien gehört. Hier findet man ihn in den höheren Regionen, wo er den Roten Lori ablöst, der die niedrigeren Regionen und Küstengebiete vorzieht.

Sowie schon dargelegt, ist die Vogelart nicht selten, was nicht heißt, daß es eine oft vorkommende Vogelart ist. Nach Bowler und Taylor 1989) lebten sie 1987 im allgemeinen über der 1.200 m Grenze auf dem Mount Binaia. Es wurden durchschnittlich 1,5 Vögel pro Stunde gezählt. Sie wurden noch auf der beinahe kahlen Bergspitze gesichtet, wo die Vögel Nahrung aufgenommen haben. Auf dem nahe gelegenen Berg Mount Kobipoto waren sie häufiger und es wurden 3,8 Vögel pro Stunde gezählt.

Einige blühende Bäume zogen eine erstaunliche Anzahl Vögel an und das wohl ab einer Höhe von 800 Metern. Hier können sie mit den öfter vorkommenden Roten Loris einen Verband bilden, welche bis zu einer Höhe von 1.200 m vorkommen.

Weitere Information

Angesichts der Tatsache, daß diese Art erst seit kurzem gehalten wird, ist über Zucht, Versorgung etc. nicht viel bekannt. Wir können wohl annehmen, daß diese Dinge nicht wesentlich von den anderen Eos Arten abweichen. Bekannt ist, daß der Halbmaskenlori sehr wenig von der einheimischen Bevölkerung gehalten wird (durch sie dara genannt). Der Lockruf scheint mit dem des Roten Loris übereinzustimmen.

Literatur

FORSHAW, J. M., & COOPER, W. T. (1989): Parrots of the World, Landsdowne Edition
Stresemann, E (1914): Die Vögel von Seran (Ceram), Novitates Zoologicae, 21: 25 -153
Von Jos Hubers, Niederlande.
Terug naar artikelen.