Der Mount-Apolori, Trichoglossus johnstoniae

Von Roger Sweeney, Der Philipinen

Der Mount-Apolori, oft auch Johnston- oder Mindanaolori genannt, ist in Gefangenschaft relativ unbekannt. Auch in seinem Herkunftsland, den Philipinen, wird er nur sporadisch in Käfighaltung gesehen.

Dieser kleine, aber trotzdem prächtig aussehende Vertreter der Gattung Trichoglossus ist im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern dieser Gattung fast vollkommen grünlich gefärbt.
Stirn rot, Kehle und Wangen rotgesaümt, vom Auge verlaüft ein bräunlich-violettes Band Richtung Oberschnabel, ebenso sind beide Augen durch ein bräunlich-violettes Band verbunden. Brust und Bauch gelblichgrün gestrichelt bzw. gesäumt. Der Mount-Apolori hat viel ähnlichkeit mit dem Irislori.

Als Unterart wird noch Trichoglossus j. pistra erwähnt. Aufgrund des sehr geringfügigen Farbunterschiede wird dieser jedoch wenig Beachtung geschenkt, zumeist wird die Art in der Literatur nichteinmal geführt. Selbst konnte ich mehr als 100 lebende Tiere und viele Bälge in den verschiedensten Museen untersuchen. Dabei habe ich eigentlich keine Kennzeichen feststellen können die eine Unterart gerechtfertigen.

Das Verbreitungsgebiet des Johnstonloris beschränkt sich auf den südlichen Teil von Mindanao, eine Insel welche zu den Philipinen gehört. Das Gebiet ist momental als National Park ausgewiesen. Aufgrund des kleinen Verbreitungsgebietes war die Population nie besonders groß, nach Schätzungen dürfte der Bestand bei ca. 10.000 Exemplare liegen. Meiner Meinung nach dürfte diese Schätzung eher etwas zu hoch gegriffen sein. Die isolierte Lage sowie der Schutz im National Park haben bis jetzt zum Erhalt diesen kleinen Population beigetragen. Trotzdem muß die zunehmende Industrialisierung im Auge behalten und soweit wie möglich von diesem Gebiet ferngehalten werden. So sind bereits Ländereien die ursprünglich zum Park gehörten für den Bau eines großen Elektrizitätswerkes geopfert worden. Wie überall in der Welt wächst die Bevölkerung rasant und verbraucht zwangsläufig mehr Energie, wie so oft zum Leidwesen der Natur.
Bei den Züchtern liegt somit eine große Verantwortung zum Erhalt dieser Art zumindest in der Gefangenschaft beizutragen. Für die Mount-Apolori hat die Zuchtstation B.I.I. unter Mitwirkung der philipinischen Naturschutzbehörden ein Zuchtprogramm errichtet.

Die Haltung des Mount-Apoloris in gefangenschaft gleicht im allgemeinen denen anderer Trichoglossus-Arten. In der Zuchtstation sind Paare unterschiedlich untergebracht, sowohl in Hängekäfigen als auch in konventionellen Volieren. In beiden Varianten wurden erfolgreiche Bruten getätigt, wobei diese bei den etwas isolierter untergebrachten Paaren geringfügig besser waren. Ein Schutzhaus ist aufgrund des tropischen Klimas nicht erforderlich. Die Art ist nicht sonderlich empfindlich, in Gegenden wo niedrigere Temperaturen auftreten können ist allerdings ein Schutzhaus erforderlich.
In der Zuchtstation werden die Loris mit einem Loribrei zweimal täglich zusammen mit Obst gereicht.
Bei der Aufzucht von Mount-Apolori sind zunehmends bessere Erfolge aus der Zuchtstation zu vermelden. Jungvögel die hier großwurden und in andere Kollektionen wechselten, haben ihrerseits auch schon wieder Jungvögel großgezogen.
Oberstes Ziel ist die natürliche Aufzucht, was allerdings nicht immer gelingt.
Die Gelege bestehen in der Regel aus zwei Eiern welche ca. 23 tage bebrütet werden. Die Jungen verlassen mit 40-47 Tagen die Nistkästen und werden noch einige Tage von den Eltern versorgt. Handaufgezogene Vögel benötigen etwas länger und sind mit ca. 60 Tagen selbstständig.
Nachstehend sie einige Angaben zu einem von mir handaufgezogene Vogel gemacht. Beim Schlupf wog das Küken 3,55 Gramm. Die Haut war rosa und mit langen grauweißen Dunen bedeckt. Die Krallen waren schwarz, der Schnabel ebenfalls mit einem weißen Eizahn am Überschnabel. Bei der ersten Fütterung wurden 0,3 ml in den Kropf gegeben. Die Augen öffneten sich erstmals am 13. Tag und waren am 16. Tag ganz los. Nach 9 Tagen verschwanden die ersten Dunen, nach 16 Tagen begann eine zweite Dunenschicht zu wachsen und nach 20 Tagen war größte Teil des Körpers wieder bedeckt. Nach 25 Tagen sind die meisten Flügelfedern bereits durchgebrochen und auf dem Kopf und am Schwanz sind auch schon Kiele zu sehen. Aus den kleinen Stoppeln am Kropf werden grüne und gelbe Federchen durchgeschoben. Mit 28 Tagen zeigen sich an Kopf und Brust die ersten Federn. Flügel und Schwanzfedern zeigen bereits die Farben ausgewachsener Tiere. Nach 40 Tagen war der Jungvogel voll befiedert, lediglich an den Flanken noch nicht ganz. Ab dem 47. Lebenstag nahm das Junge erstmals selbstständig Futter auf, nach 56 Tagen war der Vögel vollständig befiedert und selbständig. Jungvögel erkannt mann am  schwarzen Schnabel und einer blasseren Haut unter den Federn, sowie im Bereich von Auge und Nase. Der Schnabel verfärbt rasch nach dem Ausfliegen bereits in orange um, wogegen die Umfärbung von Augen- und Nasenbereich noch einige Monate dauern kann.


Vom Mount Apo Lori werden jedes Jahr mehr Jungvögel nachgezogen, ständig können neue Liebhaber diese Art erwerben, überall auf der Welt. So sieht die Zukunft für diese Art zumindest in Gefangenschaft ganz gut aus. Momental wird von dieser Art durch die Internationale Loriinae Societs ein Zuchtbuch geführt, koordiniert von Rigina de Dios vom B.I.I. auf den Philipinen. Die meisten nachgezögenen Vögel dürften darin registriert sein. Die Entwicklung rund um den National Park wird sich wohl auf Dauer nicht aufhalten lassen und weitere Tribute fordern, so das die Population wahrscheinlich zunehmend in Bedrängnis geraten wird.
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