Der Josefinenlori, Charmosyna josefinae, neher betrachtet
Von Jos Hubers, die Niederlande
Beschreibung
Der Josefinenlori gehört zusammen mit den Stellalori, C. papou, zu den größten Charmosynaarten. Die totale länge beträgt 24 cm. also gegenüber dem Stellalori mit 42 cm. bedeutend kleiner. Dies liegt zum großen teil aber an den langen Schwanzfedern des Stellaloris. Die Schwanzbasis ist beim Josefinenlori rot, beim Stellalori grün. Auch bei abgebrochenen Schwanzfedern sind beide gut zu unterscheiden. Der Josefinenlori ist gut 25% leichter als der Stellalori. Vom Josefinenlori ist keine melanistische Form bekannt. Auf eine ausführliche Beschreibung wird verzichtet und auf das Foto verwiesen, auf dem ein Männchen abgebildet ist. Das Weibchen ist leicht am gelben Steiß und Flanken zu erkennen. Außerdem hat der Josefinenlori einen schwarzen Unterbauch. Drei Unterarten sind bekannt, wobei die Unterschiede nicht einfach zu erkennen sind:
-L. j.josefinae: Weibchen hat einen grünen Steiß(Forshaw 1973) -L. j.sepikianae: Weibchen hat einen gelben Steiß und gelbe Flanken, außerdem hat diese Sorte einen ausgedehnteren schwarzen Fleck am Unterbauch und der schwarze Oberkopf ist grau durchsetzt.
-L.j.cyclopum: Gleicht der Nominatform, allerdings fehlt der schwarze Bauchfleck sowie blaue Färbung auf dem Hinterkopf Bzw. ist nur schwach angedeutet.
Bei den Vögeln in unseren Volieren handelt es sich wahrscheinlich zum größten Teil um die Rasse L.j.sepikiana. Studien in Naturhistorischen Museum von England ließen keine eindeutige Bestimmung zwischen der Nominatform und L.j.Sepikiana zu. Die meisten Weibchen der Nominatform hatten keinen grünen, sondern grünlich bis gelben Steiß, andere Unterschiede waren ebenfalls nicht deutlich erkennbar. Weitere Nachforschungen werden hier vielleicht in Zukunft klarheit schaffen.
Verbreitung und Vorkommen
Der Josefinenlori kommt ausschließlich auf Neu-Guinea vor. Die Nominatform hat ihr Domizil im bergigen Land der Vogelkop-Insel im äußersten Westen Neu-Guineas bis zur Schneegrenze. L.j.sepikiana trifft man im Zentralen Teil von West- und Mittel Neu-Guinea an. C.j.cyclopum lebt im gleichnamigen Cyclopsgebierge, welches ungefähr in der mitte von Irian Jaya (indonesischer Teil Neu-Guinea) liegt. Josefinenloris leben in den bewaldeten Gebieten in höhen von 800-2000 m., vereinzelt auch in Tieferen Ebenen. Glücklicherweise sind sie auf den meisten Stellen noch relativ Häufig anzutreffen. Meist treten sie Paarweise oder in kleineren Gruppen auf, vereinzelt zusammen mit Goldstrichelloris (C. pulchella)
Ernährung im Freiland
Wie bei den meisten Loris besteht die Hauptnahrung aus Blütenstaub und nektar. Vermutlich werden auch süße Früchte aufgenommen. Bei Kropfuntersuchungen wurden Blütenstaub und Knospen gefunden.
Status
Zu beginn der Siebziger Jahre wurden Josefinenloris erstmals eingeführt. Die Erstzucht gelang wahrscheinlich 1979 in Deutschland. Gute Zuchterfolge sind momental ebenfalls hauptsächlich aus Deutschland zu melden. In England sind nur einige Vögel vorhanden, hauptsächlich Männchen.
Unterbringung
Wie alle Loris, besonders die Charmosynasorten, haben auch die Josefinenloris die Angewohnheit ihre dünnen Ausscheidungen möglichst weit von sich zu schleudern. Es ist darum ratsam diese Sorten in möglichst langen volieren (mind. 2,50 m) hinterzubringen, um die Verschmutzungen in Grenzen zu halten. Experimente haben gezeigt, dass hier Vorteile gegenüber Vitrinenhaltung eindeutig sind. Selber habe ich Josefinenloris auch schon zusammen mit Stellaloris in einer großen beplanzten Voliere gehalten. Sowohl die Stella als auch die Josefinenloris entleerten sich meist in Stammnähe, wodurch die verschmutzungen gering waren. Beschädigt wurden die Planzen durch die Vögel kaum. In Ländern wie Z.b. Australien sollen sich die sogenannten "Nigel"-Käfige auch gut bewährt haben. Diese sind kompleit aus Draht und werden unter freiem Himmel aufgestelt. Josephinenloris sind relativ widerstandsfähige Vögel und können auch leichten Frost vertragen, allerdings sollte für einen geschützten Sitzplatz gesorgt werden und das Futter darf nicht gefrieren.
Zucht
Wie bereits erwähnt, züchtet der Josefinenlori zur zeit ganz gut. Die einzelnen Züchter verwenden die unterschieduchsten Nistkastentypen. Die Grundfläche des Kastens sollte bei 15x15 cm., die Höhe bei 40 cm. liegen. Ist die Grundfläche groß gehalten, wird meist eine Ecke gleichzeitig als "Toilette" benutzt. Das Einflugloch sollte 6cm. betragen, darunter kann man von innen noch ein stück Draht oder ein Stöckchen als kletterhilfe anbringen. Als Einstreu können beispielsweise Hobelspäne dienen.
Im alter von einem Jahr können bereits Brutanstalten gemacht werden. Das Gelege besteht normalerweise aus 2 Eiern, die Größe liegt bei 23x20 mm. und das Gewicht bei ca. 5 Gramm. Da diese Loriart ähnlich wie Stellas nicht sofort fest Bzw. regelmäßig brütet, schwankt die Brutdauer, in einer Brutmaschine liegt diese bei ca. 25 Tagen, ansonsten zwischen 28 und 30 Tagen. Beide Partner brüten abwechselnd. Die Jungen haben anfangs keine weiße Daunen und fliegen mit acht Wochen aus. Sie sehen dann schon fast wie adulte Vögel aus. Junge Weibchen sind nicht immer gut zu erkennen. Der Schwanz färbt bei vielen erst mit 5 - 6 Monaten richtig aus. Einige fliegen mit vollständig rotem, andere mit rotgelb geflecktem Schwanz aus.
Ernährung
Josefinenloris mögen keine dicke Suppe. Gibt man das Futter in dieser Form, ist mit starken Verschmutzungen zu rechnen. Das Futter kann aus Fertigprodukten oder nach eigener Rezeptur zusammengestellt werden. Jeder sammelt seine Erfahrungen und entscheidet sich danach für eine Methode. Ab und zu etwas Honigwasser wird sehr gerne genommen.
Wie alle Loris sind auch die Josefinenloris äußerst verspielt. Ein kleiner Ast mit Knospen oder etwas Obst geben Abwechselung.
Jedem der sich mit der Haltung und Zucht dieser Art befast, wünsche ich viel Erfolg, so daß die Erhaltung auf dauer Gewährleistet ist.
Literatur
FORSHAW, J (1989), Parrots of the World, Landsdowne Press 3rd edition
BOSCH, J (1990) Der Josefinenlori, Charmosyna josefinae (Finch, 1973) Trochlius, 11: 85-93