Erfahrungen mit den Arfaklories.
Es sind drei Unterarten von Arfakloris bekannt:
" Oreopsittacus arfaki arfaki
Nominatform, Länge ungefähr 15 cm. Vorkommen: in den Bergen der Insel Vogelkop in West Irian.
" Oreopsittacus arfaki major
Diese Unterart ist mir ihren ca. 17 cm. ein wenig grosser als die Nominatform. Die ausseren Schwanzpitzen sind rosarot, im gegensatz zur Nominatform, wo sie rosa gefarbt sind.
Die Vogel, die ich bis heute abgebildet gesehen habe und als Vertreter der Nominatform angesehen wurden, gehoren der Unterart major an. Nach Jos Hubers, der in verschiedenen naturhistorischen Museen Balge die Art untersucht hat, ist vor allen Dingen die Farbe der Schwanzfederspitzen der Nominatform deutlich hellrosa gefarbt und nicht rosarot wie bei der Nominatform.
Diese Unterart lebt in den Snowy Mountains im West Irian.
" Oreopsittacus arfaki grandis
Diese Unterart ahnelt major nur die Farbung des Unterbauches ist nicht brotbraun sondern geht mehr ins grunliche. Diese Unterart koommt in den Bergen des sudostlichn Teils von Neu Guinea vor bis zur Huon Halbinsel und der Sepik Region im West Irian.
Den Weibchen aller drei Unterarten fehlt die rote Kopffarbung, obwohl sie oberhalb des Schnabels einige rote Federchen aufweisen konnen. Jungvogel sind geschlechtermassig schwer zu unterschieden weil beide Geschlechter eine rotliche Kopffarbung aufweisen. Bei junge Mannchen ist diese Rotfarbung grosser und die Kopffarbung ist intensiver.
Eine Besonderheit bei den Arfakloris ist die Anzahl der Schwanzfedern. Diese kleine Loriart besitzt als einzige Papageienart anstatt 12 Schwanzfedern 14 Schwanzfedern.
In unseren Volieren sind mit grosser Wahrscheinlichkeit nur die Unterart major vertreten.
Allgemeine Informationen.
Diese Loriart lebt in den hohen Bergen Neu Guineas über 2000 m (low 1998). Die Arfakloris scheinen eher in epiphytischem Moos als in Bruthöhlen ihre Jungen gross zu ziehen. In Neu Guinea ist die Art noch nicht bedroht. Erste Arfakloris sind um 1990 in unsere Volieren gekommen. Erfahrene Züchter erzählen, dass die Wildfänge meist schnell und ohne ersichtlichen Grund (Stress ?) gestorben sind. Aber einigen Züchtern ist es gelungen, Junge nachzuziehen. Die Arfakloris sind immer noch eine Rarität und bei Züchtern, die ich besucht habe, scheint es mehr Männchen als Weibchen zu geben.
Meine Erfahrungen
Erstmals sah ich diese zierlichen Loris 1996 bei einem Belgischen Lorizüchter. Sofort gewannen diese herrlichen Vögel meine Sympathie, aber der Preis und die Unsicherheit, ob ich diese schwierigen Loris am Leben halten könnte, hielten mich von einem sofortigen Kauf ab. Aber aus dem Kopf gingen mir diese eindrücklichen Vögel nicht mehr. Ende 1998 erwarb ich ein Paar von Jos Hubers und ein Jahr später ein einzelnes Weibchen von einem Deutschen Züchter und von Walsrode gesellte sich noch ein Paar dazu. Diese fünf Tier sind die Grundlage dieses Berichtes. Es sind also keine langjährige erfolgreiche Zuchterfolge die ich hier präsentieren kann, aber ich will einige Punkte erwähnen, die mir in den letzten zwei Jahren Erfolge, aber auch Probleme bereiteten.
Unterbringung
Ich halte meine Loris das ganze Jahr über im Hause, vorallem weil ich vorwiegend kleine, empfindlichere Arten halte, die anspruchsvoller sind als die grösseren Loris. Zudem ist es an meinem Wohnort die einzige Art, wie ich die Tiere unterbringen kann. Natürlich hätte ich gerne eine kleine Voliere im Garten, wo meine Loris sich bei schönem Wetter aufhalten könnten. In Dänemark ist das Wetter im Sommer sehr variabel mit viel Regen und kalten Nächten, was einen Erfolg bei kleinen und empfindlichen Arten sehr einschränkt.
Meine Volieren sind 2 m lang, 1 m breit und 1 m hoch. Weil die Arfakloris sehr aktive Vögel sind, brauchen sie eine geräumige Voliere um ein natürliches und verspieltes Verhalten an den Tag legen zu können. Den Boden meiner Voliere habe ich mit Sägemehl abgedeckt und häufig streue ich Moos, das ich im nahen Wald einsammle, auf den Boden. Regelmässig bringe ich frische dickere und dünnere Äste in die Volieren, wobei vorallem die dünneren Äste sehr gerne zum herumklettern benutzt werden.
Zucht
Das erste Paar, das ich von Jos Hubers erhielt, hatte eine horizontale Nestbox von 20 x 10 x 10 cm und eine Öffnung von 4 cm. Das sehr harmonische Paar schlief schon nach einigen Wochen im angebotenen Nistkasten. Sie erhielten ein wunderbares Gefieder und waren auch sonst in absolut bester Kondition. Im Januar 1999 stellte ich fest, dass das Paar sehr viel Zeit im Nistkasten verbrachte und dabei die Holzspäne ausräumte, die ich in die Nistbox gelegt hatte. Schon kurze Zeit später fand ich zwei kleine weisse Eier im Nistkasten. Das erste Ei wurde 22 Tage bebrütet, das zweite, es enthielt ein vollentwickeltes totes Küken, entfernte ich nach weiteren zehn Tagen. Das geschlüpfte Junge entwickelte sich hervorragend und kam nach ungefähr 40 Tagen aus der Nestboxe. Das Jungtier glich sehr seiner Mama mit einem kleinen roten Band an der Stirne. Nach drei Wochen entfernte ich das Junge von seinen Eltern. Dieses Weibchen wurde der erste in Dänemark gezüchtete Arfaklori.
Kurz nachdem ich das junge Weibchen von seinen Eltern trennte, starb seine Mutter. Das war ein sehr trauriger Tag für mich, hatte ich schon lange keine Verluste mehr und dazu war es noch das Weibchen. Aber es war mein eigenes Verschulden. Ich hatte einen Vorhang zwischen Käfig und Wand gehängt, um diese vor dem flüssigen Kot zu schützen. Dem Vogel war es gelungen, den Vorhang anzuknabbern und starb in der Folge an Verdauungsproblemen.
So schnell wie möglich kaufte ich mir ein einzelnes Tier von einem Deutschen Züchter und von Walsrode erwarb ich mir zusätzlich ein junges Paar. Ich setzte das neue erworbene Weibchen von Walsrode zum meinem alten Männchen und das junge Männchen von Walsrode erhielt mein selbst gezüchtetes Weibchen. In diesem Jahr war es wieder das alte Männchen, das als erstes zur Zucht schritt. Es wurden zwei fruchtbare Eier gelegt und wieder wurde ein Junges ausgebrütet, während das andere vor dem Schlüpfen starb. Diesmal war's ein Männchen.
Zur selben Zeit legte die andere Henne zwei Eier, die jedoch nach 10 Tagen verschwunden waren. Ich vermute, dass die Eltern die Eier aufgefressen hatten. Kurze Zeit später legten sie wieder zwei befruchtete Eier, die nach 15 Tagen verschwanden. So verflog mein Traum von vielen selbstgezogenen Arfakloris in meinen Volieren. Ich bin zuversichtlich, dass es nächstes Jahr klappt, weil ich sehe, dass die Tiere züchten wollen. Ich habe auch einige Erfahrungen sammeln können. Aus dem jungen Männchen und einer einzelnen Henne hab ich ein drittes Paar zusammengestellt.
Futter
Vergleicht man den Arfaklori mit anderen Loris vergleichbarer Grösse, stellt man fest, dass sie in etwa die gleichen Ansprüche an das Futter stellen. Sie brauchen ein Proteinarmes aber an Kohlehydraten reiches Futter, das sehr dünnflüssig sein muss, ansonsten es nicht angenommen wird. Ich habe schon verschiedene Fertigmischungen versucht, doch mit kleineren Loriarten hatte ich nur mässigen Erfolg. Nur eine spezielle und zudem sehr teure Mischung für Sonnenvögel wurde gerne genommen. So füttere ich meine Loris wie viele andere Züchter mit einer eigenen, einfach herzustellenden Mischung, die zudem noch einfach mit verschiedenen Fruchtsorten abwechslungsreich gestaltet werden kann. Das Futter setze ich wie folgt zusammen:
1. Ein grosser Esslöffel Cede Lorifood
2. Zwei grosse Esslöffel gekochte Äpfel oder Birnen
3. Eine halbe Karotte
4. Zwei Esslöffel mit Zucker oder Honig oder Futter für Sonnenvögel
5. Ein Kaffeelöffel Soyabohnen
6. Nekton S drei Mal die Woche
Die Mischung ist einfach zusammengesetzt : Geben sie die Früchte und die Sojabohnen zusammen und mischen sie die anderen Zutaten dazu und rühren sie die Mischung bis ein einheitlicher Brei entsteht. Jetzt füllen sie kaltes Wasser dazu, bis sie insgesamt 1 Liter erhalten.
Das ist mein Basis-Futter, das ich meinen Loris gebe. Ich ergänze es jedesmal mit Saisonfrüchten oder Gemüse, wie Brombeeren, Bananen, Kohl oder was immer erhältlich ist. Ich denke, es ist wichtig, die Ernährung abwechslungsreich zu gestalten. Die Äpfel und Birnen werden gekocht, weil sie so nicht so schnell verderben. Ich verwende ausserdem Früchte aus meinem Garten, die ich nach dem Kochen gleich in Portionen einfriere.
Sobald die Loris auf einem Gelege sitzen, gebe ich ihnen auch Trockenfrüchte und gleiche Portionen Pollen und Hafermehl und ein wenig Kalzium als Zugabe. Wenn sie Junge im Kasten haben, essen die Arfakloris Trockenfutter. Es hat mich immer fasziniert, wie sich die Tiere gierig über das Grünfutter hermachen, wenn ich es verfüttere. Sie fressen grosse Mengen aller Sorten. Im Frühling und Sommer gebe ich Löwenzahn und Vogelmiere , im Spätsommer und Winter kaufe ich Salat dazu. Ich denke, dass diese Loris ein grosses Bedürfnis nach Grünfutter haben und dieses sollte täglich angeboten werden.
Das Grünfutter wird nie mit dem Loribrei vermischt, weil die Vögel sehr viel Zeit brauchen, bis das Futter gefressen wird. Weil ich die Früchte nie in Stücken anbiete, aber die Tiere beschäftigt werden wollen, muss in meinem Fall das Grünfutter diese Rolle übernehmen. Im Herbst hänge ich ganze Büschel von Gras- und Unkrautsamen in die Volieren, das sie gerne zum Picken der Samen benutzen. Wenn keine frischen Samenpflanzen erhältlich sind, gebe ich zusätzlich einige Körner. Es wird häufig diskutiert, ob an Loris Samen und Körner verfüttert werden sollen. Ich denke, wenn sie solche fressen wollen und es nicht das einzig gebotene Futter ist, sollen sie dies tun können.
Zusammenfassung
Die Arfakloris haben mein Herz erobert. Es ist ein wunderbarer, kleiner selbstbewusster Vogel, der gerne auch mal ein Häppchen aus meinen Händen holt. Mit dem Wissen und meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es keine unüberwindbaren Probleme mit den Arfakloris in Gefangenschaft gibt. Ich hoffe, dass ich mit diesem Bericht den einen oder anderen Vogelliebhaber motivieren kann, diese herrlichen Geschöpfen in den eigenen Volieren zu halten und erfolgreich zu züchten. Es wäre jammerschade, wenn die Arfakloris aus unseren Anlagen verschwinden würden.
Sollten sie weitergehende Fragen zu den Arfakloris haben können sie mich persönlich per email kontaktieren unter Kristian Schack Jensen : arfaki@post.tele.dk.