Der Gelbgrüne Lori, Trichoglossus flavoviridis flavoviridis
Von Jos Hubers, die Niederlande
Verbreitungsgebiet
Der Gelbgrüne Lori kommt auf den Sula-Inseln, östlich von Salawin vor.
Lebensraum
Die zuvor genannten Inseln sind noch relativ unberührt und hauptsächlich mit Regenwald bewachen. Hier ist noch kaum Kahlschlag betrieben worden. Zudem ist der Gelbgrüne Lori bisher nicht in großer Stückzahl für den Export gefangen worden, so das momental nicht von einer konkreten Bedrohung der Art gesprochen werden kann. Sie kommen in Höhen von 500-2000 m vor. Weiter ist über diese Art sehr wenig bekannt. Man nimmt an, daß die Ernährung denen anderer Loris ähnelt und aus Blütenpollen sowie Nektar besteht.
Beschreibung
Ich möchte hier bezüglich des Allgemeinaussehens auf das Foto verweisen. Die gelbe Kopfzeichung variiert zum Teil, wobei die Gesichtsmasken mehr oder weniger düster sein kann. Bei vielen Paaren ist es ein deutlicher Größenunterschied von Kopf und Schnabel zwischen den Geschlechtern erkennbar.
Auffallend bei dieser Art ist der nackte Augenring, der sonst nur noch beim Buntlori (Trich. versicolor) bekannt ist. Dieser Augenring ist bei ausgewachsenen Vögeln gewöhnlich orangegelb. Es gibt auch Vögel mit einem helleren Augenring, welches wahrscheinlich mit dem Tageslicht zusammenhängt. In Außenvoliere gehaltene Tiere haben nur in den ersten Lebensmonaten diese helle Färbung. Jungvögel ähneln nach Verlassen des Nistkastens den Eltern. Die gelbe Färbung ist noch grünlich verwaschen und der Schnabel dunkelbraun gezeichnet. Mit ungefähr 6 Monaten sind Jungtiere ausgefärbt.
Die Größe von ausgewachsenen Tieren beträgt um die 21 cm.
Status
1862 wurde der Gelbgrüne Lori erstmals durch Dr. Wallace beschrieben. Anfangs glaubte dieser die Art stamme von Celebes. Dies stellte sich später aber als Irrtum heraus.
Die Art zählt zu den weniger bekannten Sorten in Gefangenschaft, im Gegensatz zum Meyer's Lori (Trich. f. meyeri) welcher nahe mit dem Gelbgrünen Lori verwand ist. Trich. meyeri kommt auf der in nächster Nachbarschaft gelegenen Inseln Sulawesi vor. Weiter ist 1884 noch die Art bonthainensis erwähnt, vorgefunden in der Bonthain Bergen von Süd-Celebes. Diese Art glich sehr dem Meyerslori und wurde deshalb auch für eine abweichende Farbvariante von diesem gehalten. Ein auffallendes Merkmal habe ich bei den Arten Trich. flavoviridis, Trich. meyeri und Trich. johnstoniae (Mount Apo Lori) festgestellt. Von allen 3 arten habe ich Frontaufnahmen von Präparaten vergleichen können und dabei eine nahezu identische Schuppenzeichnung festgestellt. Es wäre interessant hier durch DNA weiterzuforschen und eine evtl. vorliegende Verwandtschaft zwischen dem Gelbgrüne und dem Mount Apo Lori festzustellen.
Haltung und Zucht
Erstmals wurden 1931 durch W. Frost Gelbgrüne Loris nach England eingeführt. Weitere Einzelheiten sind von diesem Import nicht bekannt. In den siebziger Jahren gelangten einzelne Vögel nach Schweden, wovon auch leider keine Einzelheiten bekannt sind. Der nächste Import ging 1977 zum Vogelpark Walsrode in West-Deutschland. Binnen kürzester Zeit gelang dort die Nachzucht von 4 Jungtieren, wovon leider keiner längere Zeit überlebte.
Ende der 80er Jahre gelangte nochmals eine kleine Anzahl nach Deutschland, wo heute erfolgreich mit gezüchtet wird.
1992 bekam ich einige Paare Gelbgrüner Loris aus deutscher Nachzucht. Es schienen kräftige Vögel zu sein. Ich halte die Gelbgrünen in Innenvolieren mit anschließender Freivoliere, die auch bei kaltem Wetter regelmäßig aufgesucht werden.
Auffallend ist die kräftige Stimme die deutlich lauter als beim Meyer's Lori ausfällt. Dies kann in reinen Wohngebieten zu problemen bei der Haltung führen. Nicht alle meine Gelbgrünen können eine Außenvoliere aufsuchen. Kleine Volieren können bei dieser Art aber manchmal zu problemen führen, da manche Männchen zeitweise recht aggressiv gegenüber dem Partner reagieren. Ich habe deshalb schon mal paare für einige Zeit voneinander trennen müssen. das gleiche kenne ich auch von Meyer's Loris.
Meine Außenvolieren sind ungefähr 1,50 m lang, 0,80 m breit und 2,00 m hoch. Die Oberseite ist mit Wellplastik abgedeckt. Als Bodenbeläge habe ich grobkörnigen Kies gewählt. Die Innenkäfige sind an einer gekachelten Wand aufgehängt. Die Ausfugöffnung ist über dem Fenster angebracht. Die Käfige sind 0,80 m breit, 0,60 cm tief und 0,60 m hoch. Der Boden besteht aus Drahtgeflecht. Ca. 15 cm darunter befindet sich ein Kunststoffboden worauf Hobelspäne ausgestreut sind. Diese werden bei Bedarf wöchentlich erneuert. Der Nistkasten hängt an der Vorderfront und ist vom Futtergang aus kontrollierbar. Ich verwende vertikal aufgehängte Kästen von 35 cm Höhe, die Grundfläche beträgt 22 x 22 cm, das Schluploch hat einen Durchmesser von 6 cm.
Seit kurzem habe ich einige Vögel in meine neuen Innenvoliere umgesetzt, welche aus Aluminium konstruiert sind. Die Länge beträgt 1,50 m, Breite und Höhe 45 cm. Hierfür werde ich wahrscheinlich Nistkästen in schräger L-Form anfertigen.
Gefüttert werden meine Gelbgrüne Loris genau wie der übrige Bestand hauptsächlich mit Lorinektar von "AVES-Produkt". Ab und zu bekommen sie ein Stückchen Apfel. Weidenzweige werden ebenfalls des öfteren angeboten und dienen zur Beschäftigung dieser aktiven Vögel.
Bisher hatte ich mit dieser Art leider noch keine Zuchterfolge. Ein Paar hat einmal 3 Eier gelegt, welche allerdings alle unbefruchtet waren.
In der Regel besteht das Gelege aus 2 Eiern. Andere Züchter geben eine Brutzeit von 23-24 Tagen an. Die Aufzucht ähnelt denen der Meyer's Loris.
Vielleicht kann ich oder ein anderer Züchter demnächst über eine erfolgreiche Aufzucht dieser schönen Loris berichten.